Ich will wieder auf mein Handy schauen. Ich bin abhängig. Abhängig davon, was andere von mir denken. Ich liebe mich, wenn andere mich lieben. Bestätigung durch Aufmerksamkeit.
Ich will mir Raum geben, um mich zu distanzieren. Ich will ihm Raum geben, um ihn nicht jetzt schon zu ersticken mit meinen Erwartungen und Wünschen. Ich will wieder zu mir selbst finden. Meinen Weg gehen. Meinem Ziel und meiner Vision folgen.
Aber ich habe mich schon wieder aus den Augen verloren. Ich
kann nur daran denken, dass er wahrscheinlich das Interesse verloren hat. Weil
ich peinlich war. Weil ich ihn dazu bringen wollte, mir Bestätigung zu geben.
Weil ich unsicher und kindisch war. Weil er das gemerkt hat.
Ich kann nur darüber nachdenken, was ich jetzt tun soll.
In mir tobt ein Kampf zwischen meiner sozial angepassten Seite, die noch nicht schreiben will, die will, dass er schreibt, die ihn nicht überfordern will und meiner authentischen Seite, die absolut keine Lust hat sich an Regeln zu halten, die Bedürfnisse äußern und gesehen werden will. Die echt sein will. Die sich nicht verstecken und anpassen will.
Manchmal ist es schwer herauszufinden, was richtig ist. Worum es mir eigentlich wirklich geht. Ob das der Drang nach Bestätigung oder mein authentisches Ich ist, das ihm jetzt sofort schreiben will. Denn er könnte ja doch interessiert sein und nur darauf warten.
Und immer wieder die Frage, ob ich damit alleine bin. Mit diesem Gedankenchaos. Warum ich immer so lange auf Antworten warten muss. Ob die anderen nicht so viel Bedürfnis nach Freundschaften und Liebe haben.
Oder ob etwas an mir falsch ist, dass meine Antwortquote super niedrig ist. Dass selbst Freunde, von denen ich weiß, dass ich ihnen wichtig bin, ewig brauchen, um mir zu antworten. Mir selten von sich aus schreiben. Für mich da sind, aber meist nur auf Anfrage.
Der nächste Gedanke: Mache ich denn genug? Vielleicht melden sie sich nicht, weil ich mich nicht oft genug melde. Soll ich irgendwem schreiben? Fragen, wie es ihr geht?
Und ist es falsch das aus Liebesbedürftigkeit zu tun?
Ich wünschte, ich müsste das nicht. Ich wünschte ich wäre perfekt und altruistisch und würde mich nur um Menschen kümmern, weil ich selbstlos liebe.
Aber ich will die Liebe auch zurück.
Manchmal frage ich mich, ob ich kaputt bin.
Aber das ist ein ganz normales Bedürfnis, oder nicht?
Warum fühlt es sich dann so unmöglich an, dass es jemals gestillt werden könnte? Selbst in der Beziehung mit Gott? Warum scheint Gott so oft weit weg? Ich möchte mit Gott reden wie mit Menschen und eine ganz normale Antwort bekommen. Ich möchte von ihm im Arm gehalten werden, wenn es mir schlecht geht und ich weinen muss. Ich möchte Gott fühlen und riechen und hören und sehen.
Ich möchte geliebt werden.
Menschlich.
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